Gesetze und Normen für Lockout-Tagout
Vorschriften zur sicheren Energietrennung
Für Wartungs-, Reparatur- und Instandhaltungsarbeiten gelten unterschiedliche gesetzliche Vorschriften, Normen und technische Regelwerke. Sie sollen Beschäftigte vor gefährlichen Energien und einem unbeabsichtigten Wiederanlauf von Maschinen schützen.
Die Anforderungen unterscheiden sich je nach Land und Einsatzbereich. Gemeinsam ist ihnen das Ziel, Arbeitsmittel sicher stillzusetzen, Energiequellen zu trennen und den sicheren Zustand vor Beginn der Arbeiten eindeutig zu überprüfen.
Zusätzlich zu gesetzlichen Vorgaben setzen viele Unternehmen auf dokumentierte Lockout-Tagout-Prozeduren, eindeutige Kennzeichnungen und interne Sicherheitsrichtlinien. Dadurch können rechtliche Anforderungen mit betrieblichen Abläufen sinnvoll verbunden werden.
Auch Versicherungen, Auditoren und Zertifizierungsstellen berücksichtigen zunehmend nachvollziehbare Verfahren zur Kontrolle gefährlicher Energien. Ein strukturiertes LOTO-Programm unterstützt daher sowohl den Arbeitsschutz als auch betriebliche Compliance-Anforderungen.
Wichtige Vorschriften und Normen im Überblick
Die folgende Übersicht zeigt ausgewählte Regelwerke, die für die sichere Energietrennung und die Verhinderung eines unerwarteten Wiederanlaufs von Maschinen und Anlagen von Bedeutung sind.
| Vorschrift / Norm | Land / Region | Bedeutung |
|---|---|---|
| ArbSchG | Deutschland | Grundlage für Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Arbeit |
| BetrSichV | Deutschland | Sichere Bereitstellung, Verwendung und Instandhaltung von Arbeitsmitteln |
| TRBS | Deutschland | Technische Regeln zur Umsetzung der Betriebssicherheitsverordnung |
| DGUV-Regeln | Deutschland | Regeln und Informationen zur betrieblichen Arbeitssicherheit |
| DIN EN ISO 14118 | Europa | Verhinderung des unerwarteten Anlaufens von Maschinen |
| DIN EN 17975 | Europa | Kontrolle gefährlicher Energien und Fluide bei Instandhaltungsarbeiten |
| OSHA 29 CFR 1910.147 | USA | Verbindliche Anforderungen zur Kontrolle gefährlicher Energien |
| ANSI Z244.1 | USA | Technischer Standard für Lockout-Tagout und alternative Methoden |
| CSA Z460 | Kanada | Kontrolle gefährlicher Energien und Lockout-Verfahren |
| PUWER / HSE | Großbritannien | Sichere Bereitstellung und Benutzung von Arbeitsmitteln |
| ASchG / AM-VO | Österreich | Arbeitnehmerschutz und sichere Verwendung von Arbeitsmitteln |
| UVG / VUV / EKAS | Schweiz | Unfallverhütung und sichere Instandhaltung von Arbeitsmitteln |
Lockout-Tagout Vorschriften nach Ländern
EUROPA
Europäische Arbeitsschutzvorgaben verlangen, dass Maschinen und Arbeitsmittel sicher verwendet und zuverlässig von vorhandenen Energiequellen getrennt werden können.
Die DIN EN ISO 14118 behandelt die Verhinderung eines unerwarteten Anlaufens. Die DIN EN 17975 beschreibt ergänzend einen einheitlichen Ansatz zur Kontrolle gefährlicher Energien und Fluide.
DEUTSCHLAND
In Deutschland gibt es kein einzelnes Gesetz mit der Bezeichnung Lockout-Tagout. Die erforderlichen Schutzmaßnahmen ergeben sich insbesondere aus dem Arbeitsschutzgesetz, der BetrSichV und der Gefährdungsbeurteilung.
Arbeitsmittel müssen bei Wartungs- und Instandsetzungsarbeiten sicher stillgesetzt und gegen unbeabsichtigtes Einschalten, Anlaufen oder Bewegen geschützt werden.
ÖSTERREICH
Das ArbeitnehmerInnenschutzgesetz und die Arbeitsmittelverordnung bilden wichtige Grundlagen für den sicheren Betrieb und die Instandhaltung von Maschinen und Anlagen.
Gefährliche Energiezufuhren müssen unterbrochen und geeignete Maßnahmen gegen unbeabsichtigtes Einschalten oder Bewegen der Arbeitsmittel festgelegt werden.
SCHWEIZ
Das Unfallversicherungsgesetz, die VUV sowie die EKAS-Richtlinien enthalten Vorgaben für den sicheren Umgang mit Arbeitsmitteln und die Vermeidung von Arbeitsunfällen.
Maschinen müssen bei Wartung, Reinigung und Störungsbeseitigung sicher stillgesetzt und gegen eine unbeabsichtigte Wiederinbetriebnahme gesichert werden.
FRANKREICH
Die sichere Abschaltung, Trennung und Blockierung von Maschinen wird in Frankreich als „Consignation“ bezeichnet. Sie soll Anlagen in einen nachweislich sicheren Zustand versetzen.
Ergänzend zu gesetzlichen Vorgaben stehen Normen und Veröffentlichungen des INRS zur Kontrolle gefährlicher Energien und zur sicheren Durchführung von Wartungsarbeiten zur Verfügung.
ITALIEN
Die italienischen Arbeitsschutzvorschriften setzen europäische Vorgaben zur sicheren Benutzung und Instandhaltung von Arbeitsmitteln um.
Vor Beginn der Arbeiten müssen Maschinen sicher stillgesetzt, von gefährlichen Energiequellen getrennt und gegen einen unerwarteten Wiederanlauf gesichert werden.
SPANIEN
Das Real Decreto 1215/1997 enthält Mindestanforderungen an die sichere Verwendung und Instandhaltung von Maschinen und Arbeitsmitteln.
Bei Wartungs- und Reparaturarbeiten müssen Energiezufuhren unterbrochen und Maßnahmen gegen eine unbeabsichtigte Wiederinbetriebnahme getroffen werden.
GROSSBRITANNIEN
Die PUWER-Vorschriften verlangen geeignete Einrichtungen zur Trennung von Arbeitsmitteln und Energiequellen. Besonders relevant ist Regulation 19.
Verriegelbare Trennvorrichtungen, klare Verfahren und eine Überprüfung vor der Wiederinbetriebnahme unterstützen die sichere Umsetzung.
USA
Die OSHA-Vorschrift 29 CFR 1910.147 regelt ausdrücklich die Kontrolle gefährlicher Energien. Arbeitgeber müssen geeignete Verfahren, Verriegelungen, Kennzeichnungen und Schulungen bereitstellen.
ANSI Z244.1 ergänzt die gesetzlichen Vorgaben durch technische Empfehlungen zu Lockout-Tagout und zu risikobasierten alternativen Schutzmaßnahmen.
Was bedeuten die Vorgaben für Unternehmen?
Unabhängig vom jeweiligen Land müssen Unternehmen vorhandene Gefährdungen beurteilen und geeignete Maßnahmen zur Kontrolle gefährlicher Energien festlegen.
- Maschinen, Anlagen und Energiequellen erfassen
- Risiken bei Wartungsarbeiten beurteilen
- Energietrennpunkte bestimmen und kennzeichnen
- Verantwortlichkeiten und berechtigte Personen festlegen
- Maschinenspezifische LOTO-Prozeduren erstellen
- Geeignete Verriegelungen und Sicherheitsschlösser bereitstellen
- Gespeicherte Energien abbauen oder zuverlässig sichern
- Die wirksame Energieisolierung vor Arbeitsbeginn überprüfen
- Mitarbeiter und beteiligte Fremdfirmen schulen
- Verfahren regelmäßig kontrollieren und aktualisieren
MAKRO IDENT unterstützt Unternehmen mit Beratung, GAP-Analysen, Schulungen, maschinenspezifischen Prozeduren, Kennzeichnungslösungen und Brady Lockout-Tagout-Produkten.
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